Mit der achtfachen Kickbox-Weltmeisterin Claudia Grammelspacher (vorne, links) lernten 25 Schülerinnen, wie sie sich im Notfall verteidigen können. Bild: Susanne

Steißlingen – Sie sind voll motiviert und haben verstanden, dass sie nicht nur für die Schule, sondern für das Leben lernen: 25 Schülerinnen der Klassen 5-8 der Gemeinschaftsschule kamen am letzten Wochenende der Herbstferien für vier Stunden in die Schule. Was sie so lockte? Ein Selbstverteidigungskurs mit der achtfachen Kickbox-Weltmeisterin Claudia Grammelspacher. Diese war begeistert von den jungen Steißlingerinnen: „Sie sind eine tolle Truppe und sehr motiviert!“ „Der Selbstverteidigungskurs ist Bestandteil des neuen Ganztageskonzepts, konzipiert durch die Schülermitverwaltung. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und außerschulische Partner bieten am Mittag, in diesem Fall ausnahmsweise an einem Wochenende, Mitmachprogramme an“, erläutert SMV-Verbindungslehrerin Simone Kauderer. Die Teilnahme ist dabei stets freiwillig.

Natürlich war allen klar, dass man in vier Stunden nicht zum Selbstverteidigungsprofi wird. Doch eine Wandlung von Samstag auf Sonntag machten alle Erwachsenen aus.

„Sie haben eine ganz andere Körperhaltung und trauen sich auch mal zu schreien“, beobachtete Ann-Katrin Vetter, die zweite Verbindungslehrerin zur SMV. „Schaut hin, auch wenn ihr nicht selbst das Opfer seid“, forderte Claudia Grammelspacher auf: also gezielt Helfer ansprechen, die Polizei einschalten oder zumindest Fotos mit dem Handy machen, um der Polizei als Zeugin helfen zu können.

Sie habe den Schülerinnen bewusst nur wenige Bewegungsabläufe beigebracht, ihnen dafür aber vielfältige Situationen gezeigt, in denen diese dann auch eingesetzt werden können – so Claudia Grammelspacher. Dazu gab es jede Menge nützliche Tipps von der Weltmeisterin. So sei es für die Mädchen wichtig, in schneller Folge mit der Handfläche zu schlagen. Das erhöhe die Trefferquote. „Werdet laut und seid keine Opfer!“ Zudem sollten die Mädchen versuchen, gezielt Schwachpunkte mit Händen, Ellenbogen, Knien und Füßen zu treffen. Dazu würden Augen, Nase und auch Ohren gehören sowie der Intimbereich.